Andere
„Frau Blablabla“
*Kind – mit vierzig Jahren geht es bergab – glaub es mir*
Frau Bla bla bla stand da und fuchtelte mit ihrem Arm und Zeigefinger herum.
*Wie mit vierzig geht’s bergab?*
*jetzt fängt das Leben doch erst an*
.
.
Frau Blablabla war eine Frau – die einen Ehemann hatte, der sie auf einer Firmenfeier mit der Sekretärin betrogen hatte und daraus dann ein Sohn entstand. Fortan wohnte er Nachts bei seiner Freundin und Tagsüber ging er bei seiner Ehefrau zum Mittagessen. Ich mochte ihn nicht sonderlich. Stand er schmatzend manchmal vor mir, was ich absolout nicht leiden konnte. Ein arroganter Schnösel. Sie - sie war sehr warmherzig und lachte oft mit einer kölschen Natur ausgestattet - nicht nur verbal.
So war es schon seit über zwanzig Jahren.
.
.
Wenn man sich so seinem Schicksal ergab – dann konnte ich ihre Worte nur zu gut nachvollziehen.
Allein in einem großen Haus – starb sie dann an einem Herzschlag. Etwas später sah ich, wie Herr Blablabla mit seiner Freundin dann das Haus ausräumte und für sich verwertbare Möbel mitnahm. Er verkaufte das Haus.
Eingezogen ist dann eine junge Familie.
.
.
Das Leben ist ein Auf und Ab. Oft saß ich selbst die letzen Jahre auf einer Achterbahn – die ich nie freiwillig besteigen würde.
Nun sitze ich auf halb gepackten Kartons und überlege wie oft ich schon umgezogen bin um neu zu starten.
.
.
Aber auch habe ich gelernt – dass man nicht stagnieren sollte.
Nicht das Gefühl haben sollte – dass das Leben bergab geht ab einem gewissen Alter.
Ich habe gelernt, dass man wenig brauch – viel Dinge unnütz sind. Und schon gar nicht ein Haus, das von der Vergangenheit lebt als die Tage noch Glückliche waren, wie bei Frau Blablabla.
.
.
In dem Sinne – freue ich mich auf die nächsten noch kommenden Jahre – immer wieder bereit die Arme hochzukrempeln um weiter zu gehen.
.
.
Bereit um anzukommen!
|
|
Um einen Kommentar zum Bild zu verfassen, musst Du Dich zuerst anmelden oder neu registrieren!

Kommentare zum Bild
Dirk Schäfer
06.12.2012Die Verbindung von Text und Bild wird meines Erachtens am Textende (ca. die letzten drei Sätze) geschaffen (die Zugvögel als Symbol für das angestrebte fast stetige - balastfreie - Unterwegssein)... ich kann mich aber auch irren.
Dahli-Fotokunst
28.12.2012das ist das schöne an Fotografien, jeder interpretiert es aus seinen Vorstellungen und Erfahrungen heraus.
Ich mag es und kann mir lebhaft vorstellen, wie du am Fenster sitzt, in der Ferne die Zugvögel beobachtest und über deine Nachbarn nachdenkst.
LG Wolfgang
fotojeg
30.01.2013Liebe die Kombination Foto&Poesie selbst sehr. Irgendwo filtert sich da immer etwas von der eigenen Vita heraus....Bin hier mit der Text/Bild-Zusammensetzung allerdings etwas überfordert; warum den Namen Blablabla gleich mehrfach gegen solch ein sinnliches Foto setzen? Aber es soll ja bitte auch hier Gedankenfreiheit herrschen! VG fotojeg