Die Top 12 des fotoforum-Awards 3/2026
»LANDSCHAFTEN«

1. Platz, Kategorie Berge

Kurt Hossfeld: »Dem Himmel so nah«

Kurt Hossfeld aus Meerbusch fotografierte 2021 den Liskamm am Gornergletscher in der Schweiz. „Als Flachlandtiroler aus NRW fasziniert mich die Bergwelt seit Kindheit an und begeistert verbringe ich dort meine Urlaube. An diesem Tag startete ich mit meiner Familie bei schönstem Wetter im Tal. Mit zunehmender Zeit bewölkte sich der Himmel und das Wetter schlug um. Am Ziel angekommen, konnte ich noch einen kurzen Moment nutzen, an dem der Liskamm in den Walliser Alpen nicht von Wolken bedeckt war. Mit dem Foto im Kasten ging es dann zügig zurück zur Unterkunft, wo wir den inzwischen tobenden Schneesturm gemütlich im Warmen durch das Fenster bestaunen konnten“, berichtet er uns. Die Juroren entdeckten in diesem Foto die vielen Facetten der Bergfotografie: den Stolz der Berge, die Macht des Wetters, die Kraft der Elemente und den Einfluss des Menschen – gepaart mit einer ordentlichen Spur von Dramatik. Ein verdienter erster Platz, wozu auch dessen kühle, aber passende Bildbearbeitung beitrug.

200 Euro / 10 Punkte

2. Platz, Kategorie Berge

Hans Wichmann: »Carrara«

Hans Wichmann aus Köln fotografierte in den Marmorsteinbrüchen von Carrara in Italien und berichtet uns: „Ich fuhr extra an einem Sonntag zu den Steinbrüchen, an dem dort nicht gearbeitet wird. Sonst herrscht reger LKW-Verkehr und da die Serpentinenstraßen sehr schmal sind, ist es auch gefährlich. Und: Es wird auch nicht gerne gesehen, dass man mit dem Privat-PKW in das Gebiet fährt. Das Foto machte ich durch ein Tal mit dem Steinbruch im Hintergrund. Die Marmorblöcke werden dort mittels Seilsägen herausgeschnitten und die Blöcke sind 10–12 Meter hoch. Fahrzeuge wirken wie Spielzeuge.“ Die Juroren benötigten etwas Zeit, um das Bild einzuordnen. Mit zunehmender Zeit stieg allerdings auch die Begeisterung für das Motiv und dessen geschickte Inszenierung.

100 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Berge

Wiebke Breil: »Gipfelglück vor der Milchstraße«

Auf dem Gipfelplateau des Alvier in der Schweiz fotografierte Wiebke Breil aus Kressbronn am Bodensee die imposante Milchstraße mit alpinem Gelände. Sie schildert ihr Erlebnis so: „Nach einem schönen, aber noch leicht im Dunst versunkenen Sonnenuntergang, ging es zu einem Nickerchen in die privat geführte urige Gipfelhütte. Kurz nach Mitternacht klingelte der Wecker – und ich fand einen wunderbar sternenklaren Himmel über den Bergen vor. Besonders eindrucksvoll erschien mir die Szene mit der Schweizer Flagge im Vordergrund, der kleinen Hütte im Mittelgrund und dem Sternenhimmel im Hintergrund. Es ist immer wieder beeindruckend, wie gut das galaktische Zentrum in der Höhenluft sichtbar wird.“ Ihrem Gespür für das Motiv konnte die Jury folgen, die besonders die Flagge im Vordergrund spannend fand – dass der Sternenhimmel dem Bild die Krone aufsetzt, war natürlich sofort klar.

50 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Wasserlandschaften

Sylvi Thierbach: »Nebelmorgen am Caddo Lake«

Ende 2025 war Sylvia Thierbach aus Ulm in den USA, genauer: in Texas, unterwegs. Dort fotografierte sie am sogenannten Caddo Lake die im Wasser stehenden Zypressen. „An diesem Morgen war ich wieder vor Sonnenaufgang mit meinem Kajak auf dem See unterwegs. Es war kühl, die Sonne noch hinter den Bäumen verborgen, und ein feiner Nebelschleier lag auf dem Wasser, während ich fast lautlos dahinglitt. Ein leises Plätschern, wenn das Paddel ins Wasser tauchte, der Ruf eines Vogels, sonst Stille und diese Aussicht. Ganze fünf Tage war ich morgens und abends auf dem See. Sattsehen? Fehlanzeige!“, erzählt sie uns begeistert. Es waren die Ruhe, die Muße und das Kontemplative im Bild, die die Jury bewogen, das Bild auf Platz 1 zu heben. Denn sattsehen konnte auch sie sich nicht.

200 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Wasserlandschaften

Marco Nescher: »Seen am Gletscherrand«

Marco Nescher aus Schaan (LIE) hat auf einer Heli-Tour in Island diese Seen bestaunen und fotografieren können. „Der Blick senkrecht hinunter auf die Seen hat sich irreal angefühlt. Wie kann es sein, dass die Seen so unterschiedliche Farben haben? Vom nahegelegenen Gletscher fließt Wasser mit Sedimenten in die Lavasenken. Je nachdem, wie schnell sich die Sedimente setzen, wird das Wasser klar. So wechseln die Farben von Grau über Türkis bis fast Schwarz. Algen geben dem Ganzen zusätzliche Farbtöne“, erklärt er uns. Den Juroren war das Motiv nicht fremd, nur hatten sie es zuvor noch nie so schön fotografiert gesehen.

100 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Wasserlandschaften

Markus Hendel: »Das Wasser zur steinernen Treppe«

Markus Hendel aus Bochum ­fotografierte zusammen mit seinem Sohn an einem regnerischen Morgen die Gertelbacher Wasserfälle im Nordschwarzwald. „Diese Stelle hatte es mir besonders angetan und ich verbrachte einige Zeit damit, die mystische Szenerie festzuhalten. Letztendlich entschied ich mich für eine Weitwinkelaufnahme mit 16 mm. Ein Polfilter reduzierte zudem die Reflexionen auf dem rötlichen Herbstlaub“, berichtet er uns. Die Juroren freuten sich über die Stimmung, die wie aus einem Ronja-Räubertochter-Film zu stammen scheint.

50 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Wetter

Philippe Gyarmati: »Gewitter am Thunersee«

Philippe Gyarmati aus Heiligenschwendi (CH) fotografierte im Berner Oberland am Thunersee dieses Naturschauspiel mit einer 30-sekündigen Belichtung. Er fing so mehrere Blitze ein, dieser hier war aber klar das Highlight. „Die Aufnahme entstand gezielt als Versuch, die letzte aktive Gewitterlage des Sommers festzuhalten. Viele Bilder blieben unscheinbar, bis dieser eine Blitz exakt aus dem Amboss – der Gewitterwolke – herausbrach und dem Bild seine besondere Spannung gab. Ich bin Meteorologe und beschäftige mich beruflich und privat mit Wetterphänomenen. Bei Schneesturm oder Gewitter bin ich gerne mit der Kamera unterwegs. Anhand eigener Prognosen versuche ich gezielt, fotogene Wetterkonstellationen zu erkennen und festzuhalten – etwa Wasserhosen über Seen, morgendliche Bergschatten an Wolkenunterseiten oder eben Gewitter- und Blitzsituationen. Diese Verbindung von Meteorologie und Fotografie fasziniert mich besonders: zu verstehen, wann ein Bild entstehen kann, bevor es entsteht“, erklärt er uns. Auch die Jury fragte sich, wie solch ein Bild entsteht und wie man es planen kann. Schlussendlich zog sie ihren Hut vor der Leistung und dem perfekten Blitzmoment.

200 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Wetter

Stefan Schubert: »Nebelwald«

Stefan Schubert aus Porta Westfalica fotografierte im Umkreis seiner Heimat diesen herbstlichen Buchenwald im Nebel. „Ich war eigentlich auf dem Weg, um Pilze zu fotografieren. Es war dichter Nebel angesagt und ich wollte die besondere Stimmung mit Pilzen in Verbindung bringen. Als sich dann plötzlich der Nebel auflöste und die Sonne durch die Bäume diese Streifen zauberte, waren die Pilze vergessen: Objektiv gewechselt, eine Stelle im Wald mit etwas Laub an den Bäumen gesucht und Klick. Die Bildidee zwang sich förmlich auf“, erzählt er uns. Die Juroren erkannten die Besonderheit der Licht-Nebel-Konstellation und lobten die Stimmung, die vom Bild transportiert wird.

100 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Wetter

Dieter Mendzigall: »Schneeregen«

Dieter Mendzigall aus Diekholzen fotografierte bereits 2016 in seiner Heimat einen Höhenzug des Hildesheimer Waldes und erzählt: „Die kalten Nächte sorgten für bunte Herbstfarben und wenige Höhenmeter entschieden zwischen Regen und Schnee. Beim Aufräumen der Festplatte fiel mir diese Datei wieder in die Hände. Bildgeschmack und womöglich eine fortschrittlichere Bearbeitung führen gelegentlich dazu, dass alte Schätze geborgen werden.“ „Old but gold!“, kann die Jury dazu nur sagen.

50 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Schwarz-Weiß

Dieter Burggraf: »Im letzten Licht«

Warten nervt, niemand wartet gerne. Dieter Burggraf aus Adelberg wartete allerdings nicht an der Bushaltestelle, sondern in Spitzbergen auf zwei Mitglieder seiner Expedition. Prompt nutzte er die geschenkte Zeit, um die Gegend mit dem Tele zu erkunden. „Dabei fiel mir das einsame Haus auf, das durch die tief stehende Sonne angestrahlt wurde. Die langen Schatten verliehen der Landschaft zudem eine besondere Atmosphäre“, berichtet er. Kann Warten nicht schön sein?

200 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Schwarz-Weiß

Reiner Heuzeroth: »Svalbard, Spitzbergen, Eisschollen«

Reiner Heuzeroth machte mit seiner Frau eine längere Europatour und erzählt uns zu diesem Foto: „Das Foto entstand auf einer Hurtigruten-Expeditionsreise mit der historischen MS Nordstjernen von Longyearbyen entlang der Westküste von Spitzbergen, am Abend des 26. Mai 2024. An diesem Tag hatten wir die Gelegenheit, Ny-Ålesund, die nördlichste bewohnte Ansiedlung der Welt, zu besichtigen. Den ganzen Tag über wehte ein starker Schneesturm. Abends – wieder auf dem Schiff – kam dann die Sonne durch und die noch vorhandenen Sturmwolken wurden beleuchtet. Eine wunderschöne Atmosphäre.“ Den Juroren gefielen die besondere Lichtstimmung sowie die Kontrastierung mit den Eisschollen, die in der monotonen Umwandlung besonders gut zur Geltung kommen.

100 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Schwarz-Weiß

Marco Nescher: »Elefantenfuss Gletscher«

Marco Nescher aus Schaan (LIE) besuchte 2019 den größten Nationalpark der Welt in Grönland und erzählt: „Den 5,4 Kilometer breiten Elefantenfuß-Gletscher zu fotografieren, war für mich ein großer Wunsch. Bis zuletzt bangte ich, ob das Ziel mit dem Helikopter erreichbar sein würde, die Wetterbedingungen stimmten und der Gletscher in seiner Schönheit fotografiert werden könnte. Überwältigt vom Anblick konnte ich schließlich diese Aufnahme ohne Tür im Heli und bei klirrender Kälte aus 2800 Metern realisieren.“ „Wow!“, dachte die Jury und war überwältigt von der Kraft der Natur.

50 Euro / 6 Punkte