Die Top 12 des fotoforum-Awards 1/2026
»ARCHITEKTUR«
1. Platz, Kategorie Lichter der Stadt
Manuel Schmidt: »Codensed life«
Manuel Schmidt aus Dillingen zog es in die Ferne nach Hongkong: „Rund um die Stadt gibt es zahlreiche wunderschöne Wanderrouten mit beeindruckenden Ausblicken – doch diese wollen erst einmal bewältigt werden. Ich hatte nämlich das Klima und das Gewicht meiner Ausrüstung deutlich unterschätzt. Der Aufstieg war bereits anstrengend, doch der Abstieg durch das unwegsame Gelände erfolgte schließlich mitten in der Nacht und war durchaus spannend. Trotz der Strapazen hat sich der Aufwand für mich allerdings gelohnt“, weiß er uns zu berichten. Diese Meinung teilte auch die Jury beim Blick auf das Meer aus Häusern und Lichtern. Das Thema ist perfekt umgesetzt, wozu auch beiträgt, dass Bezugspunkte wie Himmel oder Boden fehlen und die Szenerie zusätzlich durch eine lange Brennweite verdichtet wurde.
200 Euro / 10 Punkte
2. Platz, Kategorie Lichter der Stadt
Thomas Büchner: »Nachts am Alex«
Thomas Büchner aus Gelsenkirchen war im November 2024 in Berlin und erzählt: „Ich war zur Preisverleihung eines Fotowettbewerbs angereist und hatte einen freien Abend. Deshalb entschloss ich mich, zum Alexanderplatz zu fahren, um die urbane Nachtstimmung einzufangen. Dort angekommen, wurde ich von dichtem Nebel überrascht. Mich faszinierte sofort, wie sich der Fernsehturm mit zunehmender Höhe im Nebel auflöste und wie der Dunst die Beleuchtung des Turms festhielt. Ich machte einige Bilder, bis ich die blinkenden roten Lichter als Farbakzente mit im Bild hatte.“ Die Juroren stimmten dem zu und lobten auch die Plastizität, die das Bild durch den Nebel bekommt: Fast möchte man meinen, ein Raumschiff käme auf einen zu.
100 Euro / 7 Punkte
3. Platz, Kategorie Lichter der Stadt
Klaus Lenzen: »Nightwash«
Japan hieß das Ziel von Klaus Lenzen aus Ratingen, wo er die EXPO 2025 besuchte. Sein Foto entstand in Osaka. „Ich habe diese tolle Szene in einer ruhigen Seitenstraße auf dem Weg zum Hotel entdeckt und mir war sofort klar: Dieses Motiv muss ich festhalten“, erzählt er. Die Juroren diskutierten lange über dieses Bild: Es hat etwas Exotisches im Alltäglichen. Die Szene ist für deutsche Verhältnisse unglaublich sauber – kein Müll und keine Graffitis lenken den Blick ab – und die Nacht hüllt sie in eine mystische und geheimnisvolle Aura. So müssen Bilder wirken.
50 Euro / 6 Punkte
1. Platz, Kategorie Industrie
Manuel Schmidt: »Industrial Objects I«
Manuel Schmidt aus Dillingen arbeitet an einer Serie, die sich mit Industrieobjekten beschäftigt: „Wie die meisten Motive entdeckte ich auch dieses Objekt zufällig beim Autofahren, und sofort war ich von der klaren, minimalistischen Ästhetik des Speichers fasziniert. Das Licht war günstig, also suchte ich mir eine interessante Perspektive. In der Nachbearbeitung experimentierte ich mit Farben und stieß dabei auf eine spannende Kombination aus Komplementärfarben, die dem Motiv eine besondere Spannung verleihen“, erzählt er. Diese Farben waren es auch, die die Jury aufhorchen ließen. Sie passen einerseits gut zur Struktur des Motivs, verleihen ihm allerdings auch etwas Unwirkliches.
200 Euro / 8 Punkte
2. Platz, Kategorie Industrie
Werner Schabner: »Kühlturm«
Werner Schabner aus Kreuzau fotografierte die beiden Kühltürme der Kokerei Zollverein in Essen und erzählt: „Beim Foto handelt es sich um eine Überlagerung mehrerer Fotos aus leicht geänderter Perspektive. Meine Idee war, ein Bild zu erschaffen, das wie eine kolorierte surreale Zeichnung wirkt und das Filigrane dieser beeindruckenden Stahlkonstruktion unterstreicht.“ Das ist ihm voll gelungen – da war sich die Jury einig.
100 Euro / 7 Punkte
3. Platz, Kategorie Industrie
Hans Peter Rank: »Lines and forms and patterns«
Hans Peter Rank aus München berichtet uns: „Das Foto zeigt ein direkt an der Isar gelegenes Heizkraftwerk und entstand bei wolkenlosem Himmel an einem sonnigen Herbsttag. Die tief stehende Sonne rückte das Gebäude in ein perfektes Licht. Die vielfältigen Formen, Muster und Linien machen das Kraftwerk für mich zu einem bevorzugten Motiv, dem ich regelmäßig einen Besuch abstatte, zumal es sich auch hervorragend für eine Schwarz-Weiß-Darstellung eignet.“ Dem folgte auch die Jury, die das Bild sofort weit oben sah.
50 Euro / 6 Punkte
1. Platz, Kategorie Grüne Stadt
Volker Jäger: »Fritz Heckert grünt«
Volker Jäger aus Zorneding zog es anlässlich der Feiern zur Weltkulturhauptstadt nach Chemnitz. Er fotografiert „… besonders gerne da, wo es nach landläufiger Meinung nix zu knipsen gibt – Gewerbegebiete, Vororte, Garagenhöfe –, da war ich in Chemnitz gerade richtig …“, schreibt er uns und führt weiter aus: „Diese Aufnahme entstand im Wohngebiet Fritz Heckert, ehemals eine der größten Plattenbausiedlungen der DDR. Mich interessierte, was daraus geworden ist, ob und wie sich das Thema Weltkulturhauptstadt ausgewirkt hat. Ich versuchte, den besonderen Charme mit subtilem Humor einzufangen. Bei dieser Szene reizten mich ganz besonders die beiden liebevoll getrimmten Büsche.“ So sah es auch die Jury, die erst etwas schmunzelte, sich allerdings auch über den Bildaufbau und die Farbharmonien freute.
200 Euro / 8 Punkte
2. Platz, Kategorie Grüne Stadt
Doris Caspari: »Fassadeanstrich«
Doris Caspari aus Kempten fotografierte dieses Motiv in Las Palmas auf Gran Canaria, als sie zum Fotografieren durch die Straßen streifte. „Diese Szenerie war für mich durch die Farbe der Wandaein eachter Hingucker. Dass dann noch ein weißgekleideter Maler einen so tollen Kontrast abgab und zudem eine letzte weiße Stelle strich – da musste ich einfach den Auslöser drücken. Ich habe das Motiv gefunden – nicht gesucht und nichts inszeniert“, berichtet sie. Die Jury musste auch bei diesem Bild etwas schmunzeln und freut sich über die Dokumentation des letzten Pinselstrichs. Die etwas andere Interpretation des Kategoriethemas war dabei durchaus willkommen.
100 Euro / 7 Punkte
3. Platz, Kategorie Grüne Stadt
Barbara Weller: »Belval«
Barbara Weller aus Waldbrunn fotografierte im Süden Luxemburgs im Stadtviertel Esch an der Alzette und erzählt: „Aufgrund der Signalfarbe ist das Hochhausensemble an sich schon ein Blickfang. Aber auch die Details sind interessant, so wie die Bepflanzung hier auf dem Gebäudevorbau. Daneben hat mich der Farbkontrast in RGB zu der Aufnahme inspiriert.“ Genauso sah es die Jury auch und sie freute sich über die Farben und die symbolischen Grünkleckse im Bild.
50 Euro / 6 Punkte
1. Platz, Kategorie Kontraste
Gabriele Keßler: »Schattentanz«
Gabriele Keßler aus Düsseldorf besuchte das Königliche Museum der schönen Künste in Antwerpen und brachte uns dieses Bild mit. „Es handelte sich um eine schwarze Platte, die etwa 10 Zentimeter Abstand von der Wand hatte und kleine senkrechte Holzstäbe zur Abstützung besaß. Wenn man davorstand, schaute man auf die schwarze Fläche und sah an den Seiten die Schatten. Für meine Perspektive hielt ich die Kamera unten nah an die Wand und konnte so das Ganze von der Seite fotografieren. Das Besondere war, dass die Schatten von natürlichem und künstlichem Licht stammten. Ich machte Fotos aus unterschiedlichen Richtungen, aber dieses, was eine etwas akrobatische Position von mir und der Kamera erforderte, gefiel mir am besten. Als Betrachter kann man sich durch die vielen sich überschneidenden Schatten nicht mehr orientieren“, erzählt sie. So erging es auch der Jury, die vor dem Monitor die Hälse verrenkte. So ganz konnten sie das Bild auch bis zum Ende nicht entziffern. Was allerdings blieb, war die Faszination für das Schattenspiel und das unbekannte Motiv.
200 Euro / 8 Punkte
2. Platz, Kategorie Kontraste
Nils Schulte-Jokiel: »Parkdeck«
Nils Schulte-Jokiel aus Münster verbrachte den Sommerurlaub in Dänemark und fotografierte in der Stadt Aalborg die Sicht auf ein Parkhaus. „Nach einigen Standortwechseln fand ich eine für mich passende Perspektive, die das Motiv formatfüllend wiedergab. Mein Ziel war es, ablenkende Elemente zu vermeiden und die grafischen Strukturen hervorzuheben. Was dem Bild noch fehlte, war ein menschlicher Fixpunkt, der die fast surreale Szenerie belebte und ihre Dimensionen greifbar machte. Da ich mit meiner Familie unterwegs war, bat ich meine Tochter um Unterstützung. Es war recht viel Aufwand für ein einzelnes Foto, doch die Entstehung hat uns viel Freude bereitet. Die grelle Mittagssonne empfand ich als Vorteil: Durch die starken Kontraste verschwanden viele Details in den tiefen Schatten und auf dem hellen Boden“, weiß er zu berichten. Die Jury freute sich über das grafische Motiv und die gelungene Schwarz-Weiß-Umwandlung. Der Mensch im Bild setzt dem Foto natürlich die Krone auf. Ferner möchte die Redaktion noch betonen, dass der Tochter jetzt sicherlich ein besonders großes Eis mit einer Extraportion dänischem Guf zusteht.
100 Euro / 7 Punkte
3. Platz, Kategorie Kontraste
Tanja Janke: »Drei-Farben-Spiel«
Tanja Janke aus Iserlohn fotografierte in Groningen ein Detail des Wall House #2. Das Haus vereint viele unterschiedliche Formen und Farben und ist ein Augenschmaus für Fotografen. „Es entstanden viele Fotos aus verschiedenen Perspektiven, im Ganzen oder im Detail. Fängt man erst mal an, dort zu fotografieren, kann man nicht mehr aufhören. Bei diesem Foto gefiel mir die Kombination aus Gelb, den verschiedenen Blautönen und dem Stück Rasen“, berichtet sie. Die Jury fand ebenso Freude an den Formen, den Farben und dem gelungenen Zusammenspiel.
50 Euro / 6 Punkte
